Klarnamenpflicht auf Facebook – Theorie und Praxis

Das soziale Netzwerk erlaubt die Nutzung nur mit dem Klarnamen. Das ist der Name, der als bürgerlicher Name im amtlichen Ausweis steht. Aufgrund dessen wurde Facebook im Januar 2017 durch den Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) verklagt. Auch das Berliner Landesgericht erklärte die Verordnung für unzulässig, dennoch ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Facebook sperrt deshalb weiterhin Profile und hat auch gegen das Verfahren Berufung eingelegt.

Aktuelle Lage
Das Urteil kommt vor allem den Nutzern und Verbraucherschützern sehr entgegen. Deutschen Nutzern muss nämlich auch eine anonyme Nutzung sozialer Netzwerke möglich sein, das schreibt das Telemediengesetz so vor. Außerdem stellte das Gericht fest, dass man bereits durch die Verwendung seines Klarnamen, versteckt der Nutzung seiner persönlichen Daten durch Facebook zustimmt.

lady-justice-2388500_1280In der Praxis hingegen setzt Facebook diese Verordnung weiterhin durch und kann damit gewerblichen Nutzern ziemliche Probleme bereiten, sofern Sie Ihre Unternehmensseite mit einem Fake-Account nutzen.

Aufgrund der Facebook-Namensüberprüfung kann Ihr Account vollständig lahmgelegt werden und damit ist auch Ihre verbundene Unternehmensseite nicht mehr erreichbar bzw. offline. Die Facebook-Namensüberprüfung verlangt eine Kopie des Personalausweises oder Reisepasses, damit der Account entsperrt werden kann. Bei einem Fake-Account wird dies unmöglich und führt dazu, dass Sie nie wieder Zugriff auf Ihre Seite haben.

Meldung von Fake-Accounts
Fake-Accounts werden meist durch AI (Künstliche Intelligenz) Systeme erkannt aber können auch durch andere Nutzer gemeldet werden.

Dies erfolgt folgendermaßen:Screenshot at May 10 20-03-54

  1. Facebook auf English (US) stellen.
  2. Suche nach einem Profil mit keinem Klarnamen bzw. einem Fake-Account.
  3. Auf „Report this profile“ klicken.
  4. Anschließend „They’re using a different name than they use in everyday life“ auswählen.
  5. „They’re using a name that they don’t go by in everyday life“ anklicken.
  6. Und Folgendes auswählen „Ask us to review this profile.”.

Nun überprüft Facebook den Account und wird ihn bei einem Verstoß gegen die Klarnamenplicht sperren.

Fazit
Um Ihnen viel Ärger und die Sperrung Ihrer Unternehmensseite zu vermeiden, sollten Sie immer Ihren echten Account verwenden. Eventuell wird sich in der Zukunft durch das Urteil des Landgerichts in Berlin etwas ändern, dennoch sollte Sie bis dahin kein Risiko eingehen.

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